Die Frauen von Block 10, Hans-Jpachim Lang
Im wohl bekanntesten Konzentrationslager, Auschwitz, wurde ab April 1943 ein ganz spezieller Block eingerichtet, Block 10.
Eine zentrale Rolle spielte hier Dr. Carl Clauberg. Er führte mit Dr. Schumann und anderen Ärzten, wenn man sie denn überhaupt
so nennen kann, medizinsiche Versuche an Frauen und Männern durch. Hierbei ging es vor allem um Sterilisation ohne große Operation.
Schumann experimentierte mit Röntgenstrahlen, Clauberg hielt sich lieber an Injektionen. Ein gewisser Dering entfernte den Frauen
Eierstöcke im Turbotempo. Die Wunden heilten nie gut und viele der Frauen starben an den Folgen der Operation oder der viel zu hoch
dosierten Röntgenstrahlen. Bei den täglich ankommenden Transporten in Auschwitz werden die jüdsichen Mitmenschen sofort sortiert.
Mütter mit Kindern, alte und kranke gehen sofort ins Gas. Arbeitsfähige werden ausgebeutet und müssen arbeiten bis sie umfallen.
Verheiratete Frauen die schon Kinder haben kommen in die Versuchsfabrik Block 10.
Ein paar wenige Frauen, die überlebt haben, berichten über die Qualen die sie durchlebten, über die Lethargie und Langeweile,
weil sie immer in dem Block bleiben mußten und nichts zu tun hatten. Dazu die Schmerzen und die Angst vor dem was als nächstes passiert.
Einigen Frauen wurde ständig Blut abgenommen, soviel das sie ohnmächtig wurde. Oft gingen sie danach ins Gas.
Wenig Nahrung und desolate Hygienezustände verschlimmerten die ganze Situation noch. In Block 10 wurden auch Frauen aussortiert die
besonders markant waren, ob an Nase oder Ohren oder Körperbau. Diese kamen zu August Hirt für seine Sklelettsammlung. Er nutzte Auschwitz
dazu, seine Schädelsammlung aufzufüllen. Er bemängelte : "Von Juden stehen zu wenig Schädel für die Wissenschaft zur Verfügung."
Wie krank waren diese Leute damals? Diese eisige Kälte in den Köpfen ist mir unbegreiflich!
Nachdem Auschwitz Im Januar 1945 geräumt wird, beginnt ein weiterer schwerer Kampf, der Überlebenskampf mit dem Marsch quer durch Deutschland.
Wer nicht mehr laufen konnte, wurde erschossen. So haben selbst schwer kranke sich auf den Beinen gehalten.
Aber noch lange Zeit nach dem Krieg kämpfen die Überlebenden um ihre Rechte. Die kleinen Summen die Deutschland ihnen damals gezahlt hat,
waren schandhaft. Fremdschämen, nach all den Jahren, oft wurde nicht mal das Leid der Frauen gesehen. Sie waren wohl immer noch, nur eine Nummer.
Das Buch habe ich etwas langsamer gelesen, weil es mich schon sehr mitgenommen hat. Der Anfang war sehr wissenschaftlich, aber ab der Mitte
kamen dann doch mehr und mehr die Überlebenden Frauen zu Wort, und da wurde es interessant. Was die Frauen wirklich für Qualen haben,
lebenslänglich, was sie alles durchmachten, kann man sich aber trotzdem nicht vorstellen. Das es so etwas gab ist schockierend und traurig.
Ich bleibe dabei, sowas darf nie, niemals wieder passieren. Darum lasst es uns nicht vergessen sondern weitertragen.
Gegen das Vergessen gibt es auch eine Seite im Netz:
Erinnerung an 86 jüdische Opfer eines Verbrechens von NS-Wissenschaftlern

Erschienen bei Weltbild unter ISBN: 9783828958579