Ein ganzes halbes Jahr
Jojo Moyes schreibt in ihrem Roman "Ein ganzes halbes Jahr" über Will Traynor, einem Tetraplegiker.
Durch einen Unfall ist er fast komplett gelähmt. Will war immer lebenslustig und mobil und erträgt dieses
angebundene Leben nicht mehr. Er möchte aus dem Leben scheiden. Mit seiner Mutter macht er einen Deal.
Ein halbes Jahr gibt er ihr noch Zeit, danach will er sterben. Die Mutter geht darauf ein und sucht eine
Pflegehilfe. Louisa Clark, gerade arbeitslos geworden, ziellos, ohne große Aussicht auf einen guten Job,
erhält die Stellenanzeige bei der Jobbörse. Ihre Eltern haben nicht viel Geld, sie muß also irgendwo
Geld verdienen. Der Job ist gut bezahlt also macht sie sich zunächst widerwillig an die Arbeit.
Sie ahnt aber nichts von dem halben Jahr Schonfrist für die Mutter von Will. Mit dem kratzbürstigen
ständig schlecht gelaunten Will hat sie es anfangs nicht wirklich leicht. Eigentlich will sie alles hinschmeißen
aber ihr Vater wird arbeitslos und die Schwester entschließt sich zu studieren. Ohne den gut bezahlten
Job geht es einfach nicht. Nach und nach wird Will freundlicher und Louise lockerer. Es entsteht eine wunderbare
Freundschaft. Erst als Louisa mit ihrem Freund zusammen zieht, merkt sie, das es mehr ist als Freunschaft.
Wie es ausgeht müßt ihr selbst lesen, ich glaube aber fast jeder hat das Buch schon gelesen.
Mir gefielen am besten die Dialoge zwischen Louisa und Will, Nathan den Pfleger sollte man nicht vergessen zu
erwähnen, der Ruhepol der beide schonmal besänftigt. Die Mutter ist eine unnahbar kühle Frau, was sicher damit
zu tun hat das sie Richterin ist, jedoch stelle man sich nur einmal vor man steht vor so einer schweren
Stunde den Sohn gehen lassen zu sollen. Da versteht man die Kälte für andere Menschen.
Die Charaktere sind sehr schön gewählt, ich glaube das jeder Mensch der sich so leer in seinem Körper fühlt
eine solch sarkastische Stimmung in sich hat. Kann ich natürlich als relativ gesunder Mensch schlecht beurteilen.
Den Wunsch nicht mehr Leben zu wollen in der Situation kann ich jedoch nachvollziehen.
Louisa habe ich mir gerne bildlich vorgestellt, mit ihren anderen Klamotten, ihrem ganz eigenen Stil.
Das gefiel mir auch sehr gut.
Es ist ein Roman zum lachen, ich habe sehr oft geschmunzelt, und zum Rotzundwasserheulen. Ja das Ende ist
so voller Gefühl und Traurigkeit, ebenso fühlt man eine unglaubliche Erleichterung was Will angeht.
Ich kann es kaum beschreiben. Lesen, lesen, lesen!
Das Buch ist ein Tip meiner Schwägerin, vielen Dank liebe Bohne.
Erschienen bei rororo unter ISBN: 9783499267031