Kleine Germanen
Kleine Germanen ist zum Teil ein Animationsfilm, zum Teil Dokumentation. Hierbei geht es um Kinder die im rechtsradikalen Millieu aufwachsen.
Elsa ist die Aminationsfigur, ein kleines Mädchen das mit ihrem Opa erste Erfahrungen macht, was es heißt Germane zu sein. Sie muß Hitlers
"Mein Kampf" lesen und auswendig lernen und heiratet später einen rechtsradikalen, Thorsten, so wie es sich gehört.
Zwei Kinder erblicken das Licht der Welt, der jüngste kommt mit einer Behinderung zur Welt und ist natürlich gar nicht so willkommen bei
seinem Vater. Die Tochter versucht ihn zu beschützen und bekommt nicht nur einmal Prügel dafür. Nachts im Stall schlafen, das ist die schlimmste
Strafe für sie. Thorsten kommt wegen rechtsradikaler Handlungen ins Gefängnis und Elsa eröffnet einen Hofladen um über die Runden zu kommen.
Nach Thorstens Rückkehr wird alles noch schlimmer, noch brutaler und Elsa beschließt mit ihren Kindern auszusteigen.
Das geht nicht ohne Probleme ab, neue Namen, neue Adressen und doch werden sie immer wieder gefunden. Verfolgt und gefunden.
Irgendwann hört die Tochter auf zu sprechen, wird depressiv und springt aus dem Fenster.
Zwischendrin sind immer wieder Interviews mit rechtsgerichteten Menschen zu sehen, die natürlich wissen wie sie sich ausdrücken müssen.
Zwischen den Zeilen erfährt man schon ein wenig, wie diese Menschen leben, ihre Gedanken sind "deutsch" und Ausländerfeindlich.
Ein paar Einspielungen von Pegida Märschen machen das Drama perfekt.
Durchaus ein Film den man sich ansehen muß, wenn man sich für das Thema interessiert. Traurig in der Animation, teilweise erstaunlich in den
Interviews. Ich habe ehrlich gesagt vorher nie drüber nachgedacht wie diese Kinder aufwachsen, bei der Härte der Eltern ist das sicher keine
schöne Kindheit. Ebenfalls ist der Ausstieg von Elsa und ihren Kindern, wenn auch Animation, als absolut schwierig dargestellt.
Kinder übernehmen die Gedanken ihrer Eltern und Großeltern, das ist nun mal so, zumindest wenn sie noch klein sind.
Regie führten hier Frank Geiger und Mohammad Farokhmanesh, der Film ist von 2018 und dauert 90 Minuten.