Glück und Glas
Wie leicht bricht das? Ein altbekanntes Sprichwort. Marion und Hannelore werden am selben Tag in München geboren.
Die Umstände sind aber alles andere als gleich. Marions Mutter ist alleine, der Vater ist Kriegsgefangener und Hannelore
ist die Tochter aus gutem Hause. Das Schicksal bringt die Mütter zusammen, denn Frau Lemberg, Hannelores Mutter und Tochter
eines Schuhfabrikanten ist mit dem großen Haus überfordert. Im Krankenhaus lernen die Mütter sich kennen und Hilde Lemberg
lädt Else, Mutter von Marion zu sich nach Hause ein, wenn die Geburt überstanden ist. Else ist obdachlos, sie hat ihre Tochter
als Hausschwangere zur Welt gebracht und so die letzten Wochen im Krankenhaus gelebt und gearbeitet und für Studenten als
Testobjekt gegolten. Nach der Geburt hat sie kein Dach mehr über dem Kopf. Die beiden Frauen ergänzen sich prima und die
Töchter wachsen wie Schwestern auf. Die Freundschaft hält sehr lange, Marion wird nachdem sie in einer Bar gearbeitet hat
Fotomodel und Hannelore studiert Jura, denn sie hat wie ihre ganze Familie einen hohen Gerechtigkeitssinn.
Währen Moon, wie Marion sich jetzt nennt mit ihren roten Haaren ständig Aufsehen erregt, die Männer total wirr macht,
verliebt sich Hannelore in Robert. Er ist perfekt, geschniegelt, mit Zielen im Leben, kümmert sich um sie. Der perfekte Mann.
Moon ist derweil mit Joe liiert, dem Fotografen der sie groß rausgebracht hat. Sie hat Geld und kann sich viele Dinge leisten.
Lore wird aber von ihrem Robert kleingehalten. Sie soll keinen Führerschein machen, nicht studieren und nicht arbeiten.
Er verpackt es aber so lieb das sie ihm nichts übel nimmt. Als Robert und Moon sich kennenlernen beginnt das Drama.
Während Moon noch versucht ihm aus dem Weg zu gehen, will Robert sie, mit Haut und Haaren, wie man so schön sagt!
Dummerweise ist es auch für Moon die große Liebe, allerdings läßt sie sich nicht verbieten zu arbeiten.
Als beide Frauen zur gleichen Zeit schwanger werden, Moon das aber verschweigt, ist es Fakt, er bleibt bei Lore.
Moon entschließt sich zur Abtreibung und trifft Lore von nun an nicht mehr. Viel zu grausam fühlt sie sich der Freundin gegenüber.
Sie haben sich geschworen für immer Freunde zu bleiben. Das schlechte Gewissen bleibt bis zum Tode von Robert.
Auf dem Friedhof sehen die beiden sich wieder und sprechen sich aus. Lore ist mittlerweile wieder verheiratet, doch auch das Glück
bleibt von kurzer Dauer. Pleite, ohne Rücklagen, auf ihre Kinder angewiesen treffen sich die Freundinnen 14 Jahre später wieder.
Dieses eine mal hatte Moon Glück, sie ist finanziell unabhängig und die beiden Damen werden auf ihre alten Tage, sie sind jetzt
immerhin schon 70, eine Damen WG gründen. Ende gut alles gut.
Ja so könnte man denken, wenn man aber die ganzen Dinge liest die Moon und Lore passiert sind, haben die beiden sich das gute Ende
doch verdient. Der Roman ist sehr ausführlich beschrieben und ich hatte schon wieder ständig das Gefühl in der Geschichte mitzuspielen.
Vielleicht ist es etwas viel was Moon mitmachen mußte, vielleicht ist das Schicksal aber zu manchen Menschen wirklich so hart.
Ich mochte die Charaktere, bis auf Robert und natürlich Herr Alfons. Die Männer waren mir von Anfang an unsympathisch.
Und ich war sehr froh, als die beiden sich ausgesprochen und wieder vertragen haben. Ja mir fiel ein Stein vom Herzen.
Ich war mitten im Buch! Wenn ich schonmal bis Mitternacht lese oder nachts wach werde und mir das Buch gegen 3 Uhr wieder zur Hand nehme,
muß das Buch mir ja gefallen. Ich hatte ein tolles Lesevergnügen und kann das Buch, wenn man Romane über Freundschaft mag,
nur jedem empfehlen. Viel Spaß dabei, ich hatte ihn!
Erschienen bei blanvalet unter ISBN: 9783734104701