ALS ist die Diagnose die den ehemaligen Boxer Herbert trifft wie ein Schlag in den Nacken. Er trainiert den Nachwuchs,
ist als Geldeintreiber tätig und gefürchtet. Die ständigen Krampfanfälle und Schmerzen in Armen und Beinen führen ihn
zum Neurologen. Mit der Diagnose muß er sein Leben jetzt vollkommen neu gestalten. Die Abhängigkeit macht Herbert schwer
zu schaffen, war er doch immer Freiheitsliebend und wollte mit seinem Kumpel noch die Route 66 durchfahren.
Das Gehen fällt immer schwerer, er geht am Stock und wird von ehemaligen Schuldnern furchtbar verprügelt.
Später sitzt er im Rollstuhl und kann fast gar nichts mehr alleine. Herbert versucht mit dem fortschreiten der Krankheit
seine Fehler wieder gut zu machen, bzw sie glatt zu bügeln, was wahrlich nicht einfach ist. Er hat eine Tochter um die er
sich kaum gekümmert hat, hat eine Enkeltochter von der er nichts wußte. Seine langjährige Freundin Marlene ist immer an seiner
Seite, behandelt er sie auch noch so schlecht. Am Ende lernt er seine Enkeltochter kennen, sein Kumpel fährt zumindest
mit dem Finger über der Landkarte die Route 66 entlang und beide landen in einer Kneipe wo sie sich nochmal richtig zudröhnen.
Herbert kommt ins Pflegeheim und schaut sich noch einen letzten Boxkampf eines Schützlings an.
Ein Drama ohne zu übertreiben, ein toll gemachter Film, meiner Meinung nach. Toll umgesetzt von den Schauspielern, dem Herbert
nimmt man die Krankheit und seinen eigenen Willen so richtig ab. Der Film lief letztens auf ARTE.
Empfehlenswert, ein Film über eine tückische Krankheit die hier aber nicht wirklich im Vordergrund steht.
Das vergeben und verzeihen ist in diesem Streifen wichtiger, denke ich.
FSK 12, Regie führt hier Thomas Stuber und der Film dauert ca 111 Minuten.
Darsteller:
Herbert - Peter Kurth
Marlene - Lina Wendel
Eddy - Edin Hasanovic
Sandra - Lena Lauzemis
Ronja - Lola Liefers
Specht - Reiner Schöne
Janine - Kristin Suckow