Jonathan
Jonathan ist ein deutsches Drama aus dem Jahre 2016
Burkhardt und Martha sind Geschwister und leben gemeinsam auf einem Hof. Mit dabei ist Jonathan, Burkhardts Sohn der gerade Abitur gemacht hat.
Die Geschwister reden kaum ein Wort miteinander. Obwohl Burkhardt schwer und unheilbar an Krebs erkrankt ist, weist er jeden von sich.
Ständige Krankenhausbesuche und alltägliche Pflege bestimmen seinen Alltag. Pflegerin Anka stösst zur Familie hinzu und Jonathan ist hin und weg.
Während er um Vaters Liebe immer kämpfen muß, hat er es bei Anka etwas leichter. Seine Mutter soll bei einem Unfall ums Leben gekommen sein.
Mehr weiß Jonathan nicht von ihr. Jede Frage wird im Keim erstickt. Weder Martha noch Burkhardt erzählen ihm Einzelheiten.
Erst als Marthas Ex Freund auftaucht, lebt Burkhard kurz wieder auf. Die beiden hatten in der Vergangenheit ein sexuelles Verhältnis. Und mehr
noch, es war Liebe. Da aber Jonathan unterwegs war, mußte Burkhardt bleiben. Seine Frau nahm sich das Leben.
Dies erfährt Jonathan alles kurz bevor sein Vater stirbt. Die Asche wird im anliegenden Wald vergraben.
Der Film zeigt den jungen Jonathan, der noch nicht viel vom Leben weiß und noch nicht viel gesehen hat. Er kümmert sich rührend um den Vater.
Trotz der Abweisung und Kälte. Der Kampf um die Liebe des Vaters kann einem schon richtig weh tun.
Es wird einem vor Augen geführt das es im Leben nie so läuft wie man es sich wünscht. Schwerkrank wird der Vater erst glücklich als der Ex-Freund
wieder auftaucht, das macht Jonathan traurig und zornig. Das wofür er kämpft, bekommt dieser Fremde einfach so vom Vater geschenkt.
Das schlimmste waren aber, so denke ich, die Lügengeschichten bzw das verschweigen des Suizides der Mutter.
Ein Drama, ein sehr ruhiges, realistisches Drama das durch kleine Sätze auch mal kurz lustig wird. So fragt der Ron im Krankenhaus:" Wie geht es dir?"
Und bekommt von Burkhardt die Antwort:" Bin grad n bißchen mit sterben beschäftigt." Und beide lachen in der Situation. Das war rührend und seltsam
komisch zugleich. Der Film berichtet nüchtern und trocken über ein schweres Schicksal, ohne zuviel "Tränendrüsendruck".
Interessant bei der Kameraführung empfand ich, das immer wieder kleine Insekten und Schmetterlinge eingefangen wurden. Das grün im Wald war auch satt.
Ist mir nur am Rande aufgefallen, ich dachte bei ein paar Szenen, welch herrliche Landschaft, oder och der arme Schmetterling da an der Glühbirne.
Aber das war bestimmt bewußt eingefangen und einfach mit in den Film reingebracht. Ich kann mich aber auch irren.
Den Film empfehle ich jedem der sich für schwere Themen interessiert. Besetzung war hier ideal. Besonders Jonathan der mich mit seiner Mimik überzeugte.
War er eben todtraurig, hört was liebes, fängt an zu lächeln, da geht die Sonne auf! Super gespielt. Aber wie immer, nur meine Meinung.
Der Film lief auf ARTE und ich hatte ihn mal aufgenommen weil die Inhaltsangabe mich interessiert hat. Gute Idee von mir!
Regie führte Piotr J. Lewandowski, der Film ist ab 12 Jahren freigegeben und hat eine Länge von ca 99 Minuten.
Darsteller:
Jonahtan - Jannis Niewöhner
Burghardt - André Hennicke
Anka -Julia Koschitz
Martha - Barbara Auer
Ronald - Thomas Sarbacher
Lasse - Max Mauff