Ich habe Köln doch so geliebt, Barbara Becker-Jakli
Für dieses Buch kann ich keine Inhaltsbeschreibung machen, das die Geschichten sehr vielfältig sind. Es sind Berichte von 14
Kölner Jüdinnen und Juden, alle wurden zwischen 1912 und 1926 geboren und die meisten fühlten sich mehr wie Deutsche und sehr wohl in Köln.
Es sind verschieden Perspektiven, einige verloren die ganze Familie, andere sind geflüchtet und haben überlebt. Eines bleibt,
sie wurden ab 1933 evtl auch früher diskriminiert, mußten um ihr Überleben kämpfen, flüchten oder sich verstecken. Sie wurden teilweise
verraten, teilweise versteckt. Als 1941 die Deportation begann, sind viele aus Deutschland geflohen. Aber auch von Konzentrationslagern
dem dunklen Teil der Deutschen Geschichte ist viel zu lesen. In jeder Aufzeichung findet man die Orte der Synagogen und der jüdischen Schule,
so ist es heute noch nachvollziehbar. Einige sind zurückgekehrt, andere sind der Stadt lange ferngeblieben. In dem Buch sind viele Familienbilder,
Auszüge aus jüdischen Zeitungen aber auch Plakate mit den Anfängen der Diskriminierung.
Berührt hat mich das ganze Buch, jede einzelne Erzählung dieser Menschen hat mich getroffen. So schrieb Lore M als sie 1945 nach Köln
mit ihrer Mutter zurückkehrte: Als wir in Deutz angekommen waren und meine Mutter die Domtürme von weitem sah, fing sie an zu weinen -
ich habe noch nie einen Menschen so weinen sehen. Solche Szenen sind einige in diesem Buch geschrieben die mich sehr gerührt haben.
Da ich eh nah am Wasser gebaut habe, hat es ein wenig gedauert bis ich das Buch hier aufschreiben konnte. Was diese Menschen erlebt haben
ist immer noch unfaßbar. Noch unfassbarer ist für mich, das in diesem Buch so wenig Abneigung und überhaupt kein Hass zu lesen ist.
Für mich unbegreiflich, es ist zwar zu lesen das einige keinen Fuß mehr auf deutschen Boden setzen wollen, was ich auch gut verstehen kann,
ebenfalls möchten ein paar mit keinem Deutschen mehr reden, aber mehr an negativen gegen die Deutschen habe nicht gelesen und das finde
ich erstaunlich. Ich glaube in einer solchen Situation wäre ich wesentlich nachtragender. Aber zum Glück kann ich mich da nicht reinversetzen
und ich hoffe das es niemals mehr zu solch einer traurigen, furchtbaren Geschichte kommt. Nirgendwo auf der Welt.
Interessant für Menschen die sich für die deutsche Geschichte interessieren und für Menschen die Biografie lieben. Ein trauriges Buch,
ein interessantes Buch, ein Buch das hilft nicht zu vergessen. Ein Buch von Zeitzeugen und darum so wertvoll!
Erschienen bei Emons unter ISBN: 3897052334