Sag mir nichts ist ein deutscher Film von 2016.
Lena ist Fotografin mit eigenem Studio, das nicht gut läuft. Sie fährt jeden Mittwoch zum schwimmen mit der Bahn.
Diesen Mittwoch ist es anderes, ihre Blicke treffen die seinen. Martin ist Journalist und ebenfalls mit der Bahn unterwegs.
Die beiden können ihre Augen nicht voneinander lassen. Er verfolgt sie ins Schwimmbad und als sie geht, geht auch er.
Vor dem Schwimmbad ist ein Sportplatz und beide fallen übereinander her. Danach trennen sie sich, körperlich. Gedanklich
sind sie aber ständig beieinander. Immer in der Hoffnung das sie sich wiedersehen fährt Lena zum schwimmen. Wenn da nicht Martins
Chefin wäre, würde dies auch funktioniert. Zufällig begegnen sie sich in einem Kaufhaus bei den Umkleidekabinen, jedoch sind
sie nicht alleine. Lenas Mann, ihre Tochter und Martins Frau Solveig sind ebenfalls dort. Mit einem Trick finden sie sich im Aufzug
wieder wo er ihr seine Telefonnummer zusteckt. Ab sofort treffen sie sich so oft sie es einrichten können. Aber beide wollen mehr.
Während Lena ihrem Mann ihre Affäre gesteht, der daraufhin auszieht, hat Solveig schon alles gecheckt. Sie gaukelt Martin eine Schwangerschaft
vor und Martins Gefühle wackeln gewaltig. Er ist hin und hergerissen und gerade als er zu Lena will, mischen sich die
Eltern von Solveig mit dem Kauf einer Eigentumswohnung ein. Das Kind, das jetzt wirklich kommt, soll es schließlich gut haben.
Lena sitzt in einem Cafe und wartet,Martin kommt lange Zeit nicht. Dann sieht sie ihn durch die Scheibe, er sieht sie an,
intensiv, und geht wieder. Seine Entscheidung hat er getroffen. Während Lena ihren Mann verloren hat, entscheidet er sich für die Routine.
Dieser Film lief letztens auf ARTE und ich habe ihn aufgenommen und in aller Ruhe angesehen. Auffallend war schon das in den
ersten 5 Minuten lediglich ein Hallo zu hören war. Sonst nur die Straßenbahn, Schwimmbad und Sexgeräusche. Das fand ich schon so
interessant das ich weiterschauen mußte. Hier wird gezeigt wie schwer es ist seinen Gefühlen zu widerstehen, ebenso wie schnell
man alles verlieren kann. Eine gute Ehe, wenn auch etwas langweilig geworden, eine Affäre die langsam aber sicher zu etwas ernstem
wird und eine, meiner Meinung nach etwas verrückte Frau des Journalisten machen es hier so richtig spannend. Zusätzlich noch eine
Tochter in der Pubertät und die Frage, wie entscheide ich mich. Mann und Tochter, bzw schwangere Frau, oder lass ich alles hinter
mir und fange von vorne an. So oder so zerstört man irgendetwas. Die Entscheidungen sind wie meistens gefallen. Die Frau entscheidet
nach dem Gefühl, der Mann nach dem Kopf. Wenn er auch gezögert hat.
Absolut spannend mit tollen Szenen wie dem Weihnachtsessen und der Sylvesterfeier. Die Begegnung im Kaufhaus war auch toll inszeniert.
Bodo gefiel mir hier am besten, der bodenständige Ehemann, Arbeiter und ein Superpapi fürs Töchterchen, die sich ebenfalls im
Gefühlschaos befand. Wenn ihr die Chance bekommt, dann seht ihn euch an. Der Film wird mit Sicherheit nochmal wiederholt
Die Besetzung der Rollen ist perfekt, aber das ist wie immer nur meine Meinung!
Regie führte Andreas Kleinert, der Film dauert 90 Minuten
Darsteller:
Lena - Ursina Lardi
Martin - Ronald Zehrfeld
Bodo - Roeland Wiesnekker
Solveig - Sarah Hostettler
Susanne - Lea van Acken
Julia - Lilly Tschörtner
Solveigs Vater - Andreas Leupold
Solveigs Mutter - Gudrun Gabriel
Chefredakteurin - Karin Neuhäuser
Weinreich - Matthias Dittmer
Griebel - Attila Georg Borlan