An der Hand meiner Schwester von Bärbel Probert-Wright
Dies ist die Überlebensgeschichte zweier Mädchen im Kriegszerstörten Deutschland.
Bärbel ist 6 Jahre alt, wohnt mit ihren 2 Schwestern und ihren Eltern in Hamburg.
Bisher ging es ihr immer gut, sie kannte nichts böses. Ihre ältere Schwester Ruth starb mit 19 Jahren an
Diphterie und das Unglück der Familie beginnt. Der Vater wird eingezogen und Eva, die Schwester ist Lehrerin
bei der KLV - der Kinderlandverschickung und wohnt nicht mehr zu Hause.
Die Mutter findet Hamburg zu gefährlich und flieht mit Bärbel in ein Dorf in der Nähe von Punitz.
Dort sammelt sich fast die ganze Familie, Tanten und Onkel, Cousins und Cousinen.
Als die russichen Allierten so langsam näher rückten, befand die Mutter das es für Bärbel zu gefährlich war.
Sie bat Eva sie abzuholen. Der 2. Versuch gelingt und Bärbel ging mit Eva als "kleine Ferien" in die
Kinderlandverschickung. Der Krieg wütet weiter und irgendwann denkt Bärbel darüber nach mit Eva zurück
zur Mutter zu gehen. Da Bärbel große Sehnsucht nach ihrer Mutti hat und von ihrer großen Schwester um ihre
ehrliche Meinung gefragt wird, sagt sie ja. Wir gehen zurück zur Mutti! Mittlerweile ist Bärbel 7 Jahre als.
Die beiden machen sich zu Fuß auf einen Weg, einen steinigen Weg mit vielen Hindernissen. Über viele Umwege
erreichen sie den Ort, aber Mutti war nicht mehr da. Ihre Mutter hat den letzten Zug zurück nach Hamburg
genommen. Was bleibt ihnen also übrig? Erneut machen sich die zwei auf den Weg, der einfacher schien,
da der Krieg vorbei war. Jedoch sollte alles schwieriger werden als gedacht.
Erst im Jahre 2006 hat Bärbel Probert-Wright ihre Erinnerungen an den Krieg, an ihre Flucht mit ihrer
großen Schwester aufgeschrieben. Anhand ihres Tagebuches konnte sie die Dinge ordnen.
Das Buch erzählt von schrecklichen Dingen, jedoch überwiegen die guten Erfahrungen die die Mädchen gemacht haben.
Sie treffen viele Soldaten - Deutsche, Engländer, Amerikaner und alle geben ihnen Essen, Süßigkeiten und freuen
sich über die beiden Mädchen. Alle sind froh das das Grauen ein Ende hat. Alle.
Das Buch lag auf dem Tisch, ich habe den Klappentext gelesen und mußte es mitnehmen.
Ich bin froh das ich es gelesen habe, es ist wundervoll geschrieben. Es hört nicht auf mit dem Ende des Krieges,
sondern erzählt die Geschichte weiter. Bärbel hat in England geheiratet und lebt bis heute in dort.
Ihr Sohn verliert den Kampf gegen den Krebs, ihre Tochter schenkt ihr 2 Enkelkinder und kümmert sich rührend
um sie. Es gibt so viele Kriegsgeschichten, hier wird eine erzählt von einer ganz normalen Familie.
Nicht von der Front sondern aus dem Leben gegriffen. Ich bin froh das ich diese Geschichte lesen durfte.
Ein tolles Buch das uns zeigt was wirklich wichtig ist im Leben.
Erschienen im Weltbild Verlag und ISBN: 978-3-86365-166-4