Smog
Smog ist ein deutscher Film von 1973
Eine ungünstige Wetterlage erhöht die Schwefeldioxid-Werte im Ruhrgebiet. Kein Wind geht, der Rauch kann nicht abziehen.
So die Experten. Familie Rykalla lebt mitten im Pott, Vater fährt zur Arbeit und muß wie jeden Tag erstmal die Scheiben
säubern. Eine dunkle Brühe kommt da runter, täglich. Mutter versorgt die Kinder und macht sich Sorgen um ihr kleines Baby.
Opa sitzt am Tisch und meint, "Son Kind brauch frische Luft" die Mutter soll mal raus mit dem Baby.
Die Dioxidwerte steigen weiter. Das Leben draußen wird schon hektischer. Trotz der Smogwarnung fahren noch alle mit dem Auto.
Interviews werden geführt mit Autofahrern und Fußgängern. Die Meinungen teilen sich. Opa beschließt: "nach Tante Anne zu fahren."
Die wohnt in der Eifel und dort ist saubere Luft. Ein Spieler vom MSV Duisburg kippt auf dem Rasen um.
Am 2. Tag kippen immer mehr Menschen um. Der erste Tote wird gemeldet, die Benutzung von KFZ teilweise verboten. Die Heizungen
sollen ausgelassen werden, bzw nur in einem Raum des Hauses laufen. Die Wetterfront hat sich nicht verändert.
Am 3. sind 16 Tote zu vermelden. Trotzdem wird der Smog teilweise noch verharmlost. Mutter Rykalla fährt mit ihrem Baby
ins Krankenhaus, das wegen Überfüllung zuerst die Aufnahme ablehnt. Da die Mutter sich aber nicht abweisen läßt, wird das
Kind im Durcheinander untersucht und mit der Diagnose Krupp Husten abgestempelt. Die Mutter hat furchtbare Angst.
Am 4. und letzten Smogtag gibt es satte 4 Seiten mit Todesanzeigen, statt wie sonst einer halben.In einem Theater wird ein
provisorisches Asthmazentrum aufgebaut. Allerdings gibt die Wetterzentrale jetzt Hoffnung. Der Nebel wird weggeblasen und
es kommt sogar die Sonne mal durch. Die Alarmstufe wird aufgehoben. Der Ruhrpott atmet auf. Nur Familie Rykalla nicht.
Ihr Kind ist gestorben.
Der Film ist krass, mich gruselt immer ein wenig wenn ich ihm mir ansehe. Der Pott ist dunkel durch den Nebel.
Eine recht depressive Stimmung kommt auf und durch die Interviews und die Wetterspecials meint man oft, da läuft eine Dokumentation.
Die typischen Merkmale wie Löcher in den Strumpfhosen werden auch gezeigt. Im Supermarkt laufen mindestens 4 Frauen mit gelöchterten
Nylons rum. In Interviews kommen so typische Sprüche wie: Ich fahre nur zur Arbeit, Ich fahre Diesel das ist nicht so tragisch,
Ich habe einen wichtigen Termin oder Ich rauche ja auch, da kann ich mich ja nicht beschweren.
Das ist schon alles super gemacht. Die überfüllten Bahnhöfe der Ruhrgebietsflüchtlinge die in die Eifel wollen, der Nebel, die
schönredenden Firmenchefs und die dramatisierenden Wetterexperten - alles paßt in dem Film.
Es wird nie mein Lieblingsfilm werden, dafür ist er mir zu dunkel, aber er ist einfach gut gemacht und durchdacht.
Kategorie: Muss man einfach einmal gesehen haben.
Der Film erhielt den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste im Jahr 1973
Regie führte hier Wolfgang Petersen, er dauert 86 Minuten und ist FSK 6
Meine DVD erhielt ich in einer Box mit dem Film: Das Millionenspiel.
Darsteller:
Elvira Rykalla - Marie Luise Marjan
Franz Rykalla - Wolfgang Grönebaum
Opa Rykalla - Heinz Schacht
Andrea Rykalla - Michaela Henner
Grobeck - Hans Schulze
Frau Grobeck - Doris Gallart
Und weitere namhafte Schauspieler wie: Edda Pastor, Wolff Lindner, Rudolf Jürgen Bartsch, Wilfried Szubries, Konrad Horschick
Alf Pankarter, Jürgen Hilken, Hans Werner Conen, Gisela Marx, Tana Schanzara, Hermann Lause, und so weiter...