Die Stunde der Frauen von Christian Graf von Krockow
Glowitz, Kreis Stolp in Pommern, hier beginnt die Erzählung aus Pommern. Libussa feiert Hochzeit und gibt ein letztes großes Fest.
Inmitten des Krieges feiern sie das Fest zum Trotz. Einmal noch, wer weiß was bald schon passiert. Libussa geht mit ihrem Mann nach
Krampnitz. Aber die Mutter schreibt sie solle nach Hause kommen da sie schwanger ist und fast nur noch im Luftschutzkeller sitzt.
Mittlerweile ist ihr Mann ihr sogar peinlich, weil er ständig die Uniform trägt und sich auch so verändert hat. Den Hitler Gruß
setzt er ständig ein und auch er ist mittlerweile überzeugt davon, das es besser ist, das Libussa mit dem ungeborenen nach Hause fährt.
Bereits auf dem Weg nach Hause begegnen Libussa dunkle Vorzeichen auf das was da noch kommt. In der Heimat angekommen wird alles versteckt,
verbuddelt, eingemauert was Wert hat. Sie fliehen um wenig später wegen der nahenden Geburt zurück zu reisen. Das Kind kommt zur Welt,
und Vater Jesko wird verhaftet. Jetzt schlägt die Stunde der Frauen. Immer wieder müssen sie sich eine neue Unterkunft suchen.
Sie stehlen damit sie satt werden, nachts im Garten nebenan wird still und leise genommen was man braucht. Immer die Angst im Nacken
erwischt zu werden, denn dieser wird bewacht.
Libussa möchte in den Westen fahren um zu sehen ob es da besser ist. In den Kriegs, bzw Nachkriegswirren kämpft sie sich bis nach Hamburg durch.
Viele Stationen hat sie durchfahren, immer auch ein bißchen Glück gehabt. Oder aber anders, sie ist geflohen wo andere blieben.
Und niemand, außer ihrer Mutter, niemand hätte gedacht das Libussa es schafft wieder zurück nach Hause zu fahren. Den Rückweg
macht sie jedoch nicht alleine. Eine Bekannte namens Otti begleitet sie. Zusammen ist ja doch vieles erträglicher.
Sie schafft es und erreicht ihre Heimat mit Otti unter großen Anstrengungen. Später verhilft sie Vater Jesko noch zur Flucht.
Nach ihrer Rückkehr hat Libussa aber ein Problem, sie fühlt sich nicht mehr zu Hause, sie möchte Sicherheit für ihre Tochter.
Der Entschluß steht, sie möchte nach Kiel. Und damit endet das Buch.
Dieses Buch ist ein Bericht aus der damaligen Zeit der die schrecklichen Verbrechen an den Bewohnern Pommerns erzählt. Diese bleiben
jedoch eher ein wenig im Hintergrund. Grausamkeiten und Schändungen sind an der Tagesordnung, aber hier wird mehr über die Pfiffigkeit und
Cleverness der Frauen damals berichtet. Mit List und Tücke, durch Diebstahl und Mundraub, aus nichts was zaubern, das ist Sache der Frauen.
Und hier haben es die Damen wirklich geschafft alles zu überleben und sich durchzukämpfen. Worauf man kommt wenn einem alles fehlt ist
absolut beachtlich. Sie retten Leben, sie überleben , sie sind mutig ohne ihre Menschlichkeit zu verlieren.
Da meine Tanten und Onkel aus dieser Gegend kommen ist es für mich natürlich interessant. Die Geschichten gleichen sich zum Teil schon,
zumindest von den Einwohnern aus Pommern. Gerne höre ich zu wenn sie erzählen und genau so gerne habe ich dieses Buch gelesen.
Ich habe zwar länger dafür gebraucht, auch wenn es gar nicht so dick ist, aber immer wieder sehe ich meine Tanten und meine Oma vor mir,
die in ähnlicher Lage waren. Da brauch man etwas länger zum verarbeiten. Ich bin sehr froh das es dieses Buch gibt.
Erschienen im dtv Verlag unter ISBN: 342113405