Sweet Sorrow, David Nicholls
Charlie Lewis ist 16 und hängt immer nur mit seinen Kumpels ab. Seine Eltern haben sich vor kurzem getrennt,
sein Vater war mal ein erfolgreicher Geschäftsmann der jetzt in Depressionen versinkt und seine Mutter hat sich
neu verliebt. Die Schwester zieht mit der Mutter aus und Charlie hat jetzt seinen kranken Vater an seiner Seite.
Kein Wunder das er meistens bei seinen Jungs hängt, trinkt, raucht und auch sonst nicht viel sinnvolles macht.
Einen kleinen Job hat er an der Tankstelle und da verdient er sich legal und auch illegal etwas dazu.
Die Schule hat er abgehakt, er fliegt eh durch und so radelt er tagtäglich durch die Gegend nur um seinem grauen
zu Hause zu entfliehen. Er findet eine Wiese und ruht sich aus, dort trifft er auf Fran Fisher, die in einer Theater-
gruppe mitspielt. Er ist von Anfang an fasziniert von diesem Mädchen, ihrer Art und ihrem Aussehen. Aber Theater,
mal ehrlich, ist das nicht viel zu spießig? Für so einen möchte gerne coolen Typen wie Charlie?
Zuerst spielt er heimlich mit, dann nimmt er es einfach so hin. Die Jugendlichen erleben einen wunderschönen Sommer.
20 Jahre später bekommt Charlie eine Einladung zu einem Ehemaligentreffen genau dieser Theatergruppe. Er steht kurz
vor der Hochzeit mit Niamh, die natürlich von Fran weiß. Geht er hin oder soll er besser daheim bleiben?
Er entschließt sich zu dem Treffen zu gehen und trifft ein paar Freunde, unter anderem auch Fran, wieder. Sie ist hochschwanger
und hat einen ehemaligen Mitstreiter geheiratet, ist glücklich und zufrieden. Und Charlie kann nun in Ruhe seine Niamh
heiraten.
Liest sich jetzt nicht gerade aufregend, aber die ganze Story ist unheimlich schön! Die Charaktere
waren für mich alle klar vorstellbar, und der typisch, traurige David Nicholls Humor hat mich durch das ganze Buch verfolgt.
Die zwei Hauptfiguren fand ich wunderbar, Charlie der Verlierer verliebt sich in die ehrgeizige Fran und die beiden erleben
eine schöne Zeit. Was braucht man mehr? Charlies Resume 20 Jahre später liest sich so: Fran und ich waren damals andere
Menschen gewesen, bizarre sechzehnjährige Aliens und die erste Liebe ist sowieso keine richtige Liebe, nur eine völlig
überfrachtete, fieberhafte, jugendliche Fantasievorstellung davon. Trotzdem denkt er gerne daran zurück.
Ich mag es jedem ans Herz legen der David Nicholls Lesestoff liebt, jedem der gerade verliebt ist oder jedem der gerade
Liebeskummer hat. Einfach ein schönes Buch.
Erschienen bei Ullstein unter ISBN:9783548063836