Tadellöser & Wolff
Tadellöser und Wolff ist ein deutscher Film in 2 Teilen von 1975
Familie Kempowski zieht 1939 nach Rostock. Vater ist Reeder, Mutter Hausfrau und die Kinder gehen in die Schule,
wie es halt üblich ist in einer Familie. Ein Urlaub im Harz ändert alles, eine verfrühte Abreise wegen Kriegsbeginn
ist angesagt. Vater Kempowski will natürlich freiwillig an die Front, aber er darf nicht. Vorerst. Erst im Sommer
194o ziehen sie ihn doch noch ein. 1942 wird auch Rostock bombardiert, das Haus der Familie ist aber wenig betroffen,
jeodch geht die Altstadt inklusive Hafen in Flammen auf. Ein dänischer Arbeitskollege des Vaters wird verhaftet, später
zieht er bei der Familie ein, da sein Haus zerstört wurde. Er verliebt sich in die Tochter und sie tut es ihm gleich.
Sie verloben sich, obwohl der Vater einige Einwände hat, jedoch ist er ja an der Front. 1943 wird auch der älteste Sohn Robert
eingezogen und gerät in Kriegsgefangenschaft. Der jüngere Sohn Walter wird letztendlich 1945 eingezogen und kommt als Kurier
nach München und Mannheim. Als das Ende des Krieges naht, gelingt es ihm über Umwege wieder nach Rostock zu gelangen.
Die Tochter heiratet ihren Dänen und fährt mit ihm nach Dänemark. Zum Schluß sitzt Mutter mit Walter und ihrem Vater auf
dem Balkon und die Russen stehen schon in der Straße. Sie trinken Sekt, und wollen mal lieber rein gehen.
Das ist eine sehr kurze Fassung. Der 2 Teiler besticht durch seine Einfachheit. Es wird die Familie beim Essen gezeigt,
Sonntagsspaziergänge, Jugendliche beim Tanz - einfach das ganz normale Leben, das sich verdunkelt als der Krieg beginnt.
Findet Vater etwas gut so nennt er es Tadellöser & Wolff, findet er etwas schlecht ist es Miesnitzdörfer & Jenssen.
Er hatte mal einen Gasunfall, darum fragt er ständig: Was macht meine Haut? Fast täglich! Weitere Sätze sind immer wieder:
Scheisse mit Reisse, das ist mir doch völlig Piepenhagen und Kinder wie isses schön.
Der ganz normale Wahnsinn einer ganz normalen Familie mit ihrem Launen und ihrer Lust am Leben. Klasse!
Zu Anfang sieht man Walter als älteren Herrn der Bilder zeigt und dazu erklärt. Man könnte meinen, es wäre eine Reportage.
Das ganze hat mich ein wenig an Heimat erinnert, vom Stil und von der Machart her.
Der Film dauert cirka 192 Minuten, Regie führte hier Eberhard Fechner. FSK ab 12, gedreht in schöner Sepiatönung.
Sehr schön der Satz am Anfang, ein bürgerlicher Film. Ein Tip von Jörg, vielen lieben Dank dafür!
Jetzt muß ich mir noch die Fortsetzung besorgen.
Darsteller:
Margarethe Kempowski - Edda Seippel
Karl Kempowski - Karl Lieffen
Walter Kempowski - Martin Kollewe, später Michael Poliza
Robert Kempowski - Martin Semmelrogge
Ulla Kempowski - Gabriele Michel
Sven Sörensen - Jesper Christensen
Großvater de Bonsac - Ernst von Klipstein
Tante Anna - Helga Feddersen
Dr. Fink - Gert Haucke
Großvater Kempowski - Hans Mahnke
Klavierlehrerin - Ilsemarie Schnering
Erzähler oder Walter im Alter - Ernst Jacobi
und viele viele mehr. . .