Was längst vergessen schien, Sara MacDonald
Die Familie Tremain wohnt in Cornwall, an der Küste. Das Haus gehört Fred und Martha, beide betagt und krank.
Das ist auch der Grund warum Barnaby, Sohn und jetzt Pfarrer dieser Gemeinde und Enkelin Lucy bei den beiden wohnen.
Ein kleines Cottage indem Lucy lebt, ziert das Grundstück. Auf genau diesem Dachboden liegen versteckte Dokumente.
Fred sollte sie laut Martha vernichten, sie wollte daran nicht mehr erinnert werden. Aber er hat sie gut versteckt in
einem Koffer aufbewahrt. Lucy findet sie und weil Opa Fred sie erwischt und sehr böse wird, wird sie natürlich neugierig.
Sie hat ihren geliebten Großvater noch nie so gesehen, darum beschließt sie die Dokumente und Papiere heimlich zu
durchschauen. Eine Geburtsurkunde ihrer Mutter Anna läßt sie mißtrauisch werden. Ein falsches Datum und ein seltsamer
Name, der aber erkennen läßt, das es ihre Großmutter ist. Was steckt dahinter? Und warum Polen?
Nach und nach kommt das Familiengeheimnis an die Oberfläche Anna, die Tochter von Martha, die immer rational denkt und handelt,
kommt durch diesen Dokumentenfund ganz schön ins Taumeln. Endlich begreift sie warum sie Albträume hat.
Fred stirbt an seiner Krebserkrankung und Martha schläft am Ende friedlich ein. Der leibliche Vater von Anna taucht auch
noch auf, ein alter Mann der früher in der Hitlerjugend war. Er kann die schlimme Zeit auch nicht vergessen und bereut bitter
was er Martha angetan hat. Ein Bild der Anwältin Anna in der Zeitung hat ihn auf sie aufmerksam gemacht und er mußte einfach
wissen ob sie seine Tochter ist. Das Martha noch lebt, schockt ihn sehr. Und trotz der Demenz, Ihn erkennt sie sofort wieder.
Früher: Martha wird durch eine Vergewaltigung von Kurt schwanger, das Kind Anna hat blonde Haare und somit durch eine Flucht
aus dem Warschauer Ghetto gerettet. Martha kommt nach Ausschwitz und wird, mehr tod als lebendig von einem englischen Offizier
Frederik gefunden. Die beiden verlieben sich und er bricht mit seiner Familie, weil diese es nicht akzeptieren.
Bis zur Hälfte des Buches habe ich etwas länger gebraucht, ich konnte nicht sofort alles zuordnen, viele Namen, viele Geschichten,
und immer wieder zurück in die Vergangenheit. Ab der Mitte aber ging es flott und es war total spannend wie alles zusammenhing.
Die Grausamkeit des 2. Weltkrieges bleibt hier auch nicht versteckt, es wird sehr gut beschrieben wie furchtbar Martha alles
miterlebt hat. Ebenso die Verwandlung von Kurt Saurer, dem leiblichen Vater von Anna, vom guten Kumpel zum Judenhasser.
Eigentlich sind es es 5 Geschichten. Die von Fred und Martha, die von Lucy und Tristan, die von Anna und Rudi, die von Barnaby
und Kate, der Pflegerin und zu guter letzt die Vergangenheit die hier aufgearbeitet wird. Am Ende hat es mich gepackt das Buch.
Ich wußte nicht worum es ging als ich es zur Hand nahm und war doch überrascht. Es hat mir gut gefallen. Der einzige Punkt ist
eine nicht immer ganz so gute Übersetzung, aber das habe ich mir zurecht gestutzt.
Erschienen bei Bastei Lübbe unter ISBN: 9783404266043