Ich würde euch so gern verstehen! Von Catherine Maurice
Catherine und Mark haben 2 gesunde Kinder, so meinen sie auf jeden Fall. Bis zu der Zeit als sich Anne-Marie immer mehr in sich zurückzieht.
sie nimmt immer weniger Blickkontakt mit ihren Eltern auf, die wenigen Worte die sie schon sprechen konnte, scheint sie verlernt zu haben.
In großer Sorge suchen die Eltern mehrere Ärzte auf. Viele winken ab, das kommt schon noch oder manche Kinder brauchen eben länger.
Aber Catherine spürt das etwas nicht in Ordnung ist. Schließlich bekommen sie bei einem Psychologen nach vielen Tests die Diagnose: Autismus.
Eine Welt bricht zusammen für die beiden. Aber sie lassen sich von dem Schlag nicht unterkriegen. Viele Versuche scheitern, viele Therapien
sind mehr nur Quälerei. Immer wieder hört die Mutter, das es ihre Schuld ist und das sie das Kind so hinnehmen soll wie es ist.
Auf keinen Fall denkt Catherine und beginnt mit Bridget, einer Psychologiestudentin eine Verhaltenstherapie.
Anfangs noch sehr skeptisch und mit viel Widerworten wenn Bridget das Kind behandelt, merkt sie doch, das Anne-Marie aus ihrem Schneckenhaus
ganz langsam herauskommt. Es ist Quälerei für die Eltern, wenn ihr Kind nur weint und sich windet, aber es hat Erfolg.
Nach den ersten Worten folgen kleine Sätze. Es dauert lange bis das Mädchen Mammi sagt. Und das ist der schönste Tag im Leben von Catherine.
Kurz nach der Diagnose stellt sie fest das sie wieder schwanger ist. Michel wird geboren. Anne-Marie ist "aufgetaut" wenn ich das mal so nennen
darf, da wird bei Michel die gleiche Diagnose festgestellt. Das ist nahezu unmöglich, aber der Albtraum beginnt von vorne.
Im Endeffekt werden 2 Kinder mit Hilfe der Verhaltenstherapie aus dem Autismus geholt.
Bei dem Buch habe ich etwas länger gebraucht. Es enthält viele Fachbegriffe, die aber immer gut erklärt werden. Wenn man mit Autismus noch nie
in Berührung gekommen ist, ist es sicher schwer zu verstehen. Aber gut verständlich ist die Ohnmacht mit der die Eltern den Kindern gegenüberstehen.
Die Verzweiflung der Mutter ist immer zu merken, ebenso die Kraft die beide Eltern aufwenden müssen um ihre Kinder aus der Isolation zu holen.
Ich glaube, dieses Buch hilft jedem der mit der Diagnose in Berrühung kommt mehr, als viele angewandte Therapien die es damals gab.
Keine Ahnung was heute so unternommen wird in dem Bereich, aber ich glaube das es hier gut gemacht wurde. Die Ausdauer, die Liebe und der Glaube
an Gott hat den Eltern die Kraft gegeben das Martyrium 2x durchzustehen. Am Ende des Buches gehen beide Kinder in die Schule bzw in einen "normalen"
Kindergarten. Das finde ich einfach nur klasse! Die Eltern sind so stark gewesen, haben sich letztendlich auch gegen bestehende Therapien entschieden
um mit ihren Kindern ihren eigenen Weg zu gehen. Und dieser war auch vollkommen richtig.
Ein klasse Buch über das Thema Autismus. Auch wenn ich keine Ahnung von der Krankheit habe, hat es mir gezeigt das nichts unmöglich ist.
Hut ab vor solch tollen Eltern.
Erschienen bei Bastei Lübbe unter ISBN: 3404613260