Christiane F. Mein zweites Leben
35 Jahre nach Wir Kinder vom Bahnhof Zoo erzählt Christiane Felscherinow was in der Zwischenzeit alles passiert ist.
Und das war nicht wenig. Sie lebte in Griechenland, war viel in den Staaten kurz nach Erscheinen des Filmes, ebenso lebte
sie eine Zeit in der Schweiz. Immer dabei, irgendwelche Drogen. Clean war sie selten. Sie hat viel mit Promis erlebt
und hiermit meine ich richtige Promis damals aus den 80ern. Christiane erzählt von ihren Ausflügen ins Ausland aber am liebsten
von ihrem Sohn Phillip. Das größte Geschenk in ihrem Leben. Sie redet nichts schön, sie weiß das sie viel falsch gemacht hat.
Aber wer hat das nicht... Leider nehmen ihr die Behörden das Kind weg, gerade zu einer Zeit wo sie echt hätte was erreichen können,
zumindest was ihre Langzeitsucht angeht. Eine Flucht nach Amsterdam macht das ganze auch nicht besser. Als der Sohn in eine Pflegefamilie
kommt, beginnt Christiane wieder mit Heroin. Natürlich machte sie sich Vorwürfe, denn gerade jetzt sollte sie clean bleiben.
Christiane erzählt aus der Zeit im Frauenknast, von Verfolgungen, von Spionage in ihrem Leben und von zahlreichen Journalisten
die ständig ihren Hausflur belagern. Gierig danach, zu sehen, ob sie wieder abstürzt. Leider interessiert dies die Menschheit mehr,
als der Mensch der hinter der Geschichte steht. Seit 2008 hielt sich Christiane von allen Journalisten fern. Sonja Vukovic bringt sie
dazu, dieses Buch zu schreiben. Zwischendrin stehen immer Daten und Fakten von Frau Vukovic zusammengetragen.
Das Buch springt in der Zeit schon ein wenig hin und her. Das ist aber ja bei Erinnerungen gar nicht so anders, oder?
Immer wieder geht es mal in die 80er und dann wieder in die 2000er oder 90er. Das mußte ich erstmal sortieren.
Das Buch an sich hat mir sehr gut gefallen. Ich mag Autobiografien, ich mag Menschen die ihr Leben erzählen. Und ich war froh,
das Christiane F noch lebt. Ganz ehrlich. Nach dem Buch Wir Kinder vom Bahnhof Zoo das ich schon recht früh damals gelesen habe,
hätte ich das niemals gedacht. Es freut mich das es ihr relativ gut geht. Natürlich hat ihr Leben Spuren hinterlassen, Spuren die sie
nicht mehr los wird. Körperlich als auch seelisch. Sie hat gut daran getan den Journalisten aus dem Weg zu gehen.
Ganz süß fand ich wie sie mit ihrem kleinen Sohn umging. So schreibt sie: "Ich gebe auch viel darauf was Phillip sagt. Ich frage ihn
immer um Rat und um seine Meinung, ich kläre ihn genauso über meine Schwierigkeiten und Ängste auf, wie über meine Freuden......Wenn ich
jemanden kennelerne, frag ich Ihn: Magst du den? Wenn er nein sagt heißt es Sorry, mein Sohn kann nicht auf dich, raus."
Ich mag das Buch, habe es auch recht flott gelesen. Und in ihrem Buch habe ich schon ein neues Buch gefunden das ich demnächst lese.
Wie sie, lese auch ich gerne Bücher mit Schicksalen von ganz normalen Menschen. Ich wünsche dir / Ihnen alles Gute!
Ein Tip von Ela, die mir zum Glück gesagt hat das es dieses Buch gibt. Ich danke dir!
Erschienen im levante-verlag unter ISBN: 9783943737127